Groß Ernsthof

Vorschaubild Groß Ernsthof

Der Ortsteil Groß Ernsthof hat eine andere historische Linie als die Gemeindeteile Rubenow, Latzow, Nonnendorf und Voddow. Während einige der anderen Orte mittelalterlich-slawische Dorfentwicklungen zeigen, ist Groß Ernsthof stark mit herzoglicher Landwirtschaft, Chausseebau und einem prägenden Gasthof verbunden.

 

Groß Ernsthof ist ein Ortsteil der Gemeinde Rubenow mit einer eigenen historischen Entwicklung. Der Ort liegt im südlichen beziehungsweise südöstlichen Bereich des Gemeindegebiets und ist eng mit Landwirtschaft, historischen Verkehrswegen und der Entwicklung entlang der Straße zwischen Wolgast und Greifswald verbunden.

 

Seit dem 1. Januar 2005 gehört Groß Ernsthof zur Gemeinde Rubenow. Durch den Zusammenschluss wurde Rubenow zur flächenmäßig größten Gemeinde im Amt Lubmin. (Wikipedia)

 

Der Ortsteil unterscheidet sich in seiner Geschichte von den älteren Dorfstrukturen anderer Ortsteile. Groß Ernsthof geht nach den verfügbaren Angaben auf ein herzogliches Ackerwerk zurück und trägt seinen Namen nach Herzog Ernst Ludwig von Pommern-Wolgast. Damit besitzt der Ort einen klaren landesgeschichtlichen Bezug.

 

Geschichte von Groß Ernsthof

Groß Ernsthof wurde nach den verfügbaren Angaben im Jahr 1618 auf der Lubinschen Karte als „Ernsthoff“ dargestellt. Ab 1681 erscheint die Bezeichnung „grossen Ernsthof“, ab 1708 dann „Groß Ernsthof“, jeweils auch mit abweichenden Schreibweisen. (Wikipedia)

 

Die Entstehung des Ortes wird mit Herzog Ernst Ludwig von Pommern-Wolgast verbunden. Im 16. Jahrhundert ließ er an dieser Stelle ein Ackerwerk anlegen, das seinen Namen erhielt. Ein Ackerwerk war eine größere landwirtschaftliche Wirtschaftseinheit, vergleichbar mit einem herrschaftlich organisierten Gut beziehungsweise Vorwerk. Als älterer slawischer Vorgängername wird er in historischen Schriften auch Lasow genannt. (Wikipedia)

 

Der ursprüngliche Ort soll in Ober- und Unterdorf beziehungsweise in Bauern- und Kathenhof gegliedert gewesen sein. Die heute stärker entlang der Straßen verteilten Bauerngehöfte entstanden nach den vorliegenden Angaben erst nach dem Bau der Chaussee Wolgast–Greifswald in den Jahren 1878/1879. (Wikipedia)

 

Auch eine frühere Windmühle wird für Groß Ernsthof erwähnt. Die Mühle wurde 1795 in Groß Ernsthof bei Wolgast erbaut und war dort bis 1950 in Betrieb. 1980 wurde sie abgebaut, ins Freilichtmuseum nach Klockenhagen überführt und in den Jahren 1982 bis 1988 originalgetreu wieder aufgebaut. 

 

Vor der Umsetzung erfolgte ein genaues Aufmaß. Der Mühlenkasten verfügt über zwei Stockwerke und einen Dachraum. Er ist, wie für Bockwindmühlen namengebend, auf einem Bockgestell drehbar gelagert. Der Kasten wurde mit Hilfe eines Sterts bewegt. In Klockenhagen erhielt sie neue Flügel, die für eine Besegelung ausgelegt sind. Die Technik wurde nur teilweise wieder eingebaut. (Mühlenverein MV)

Name und herzoglicher Ursprung

Der Name Groß Ernsthof geht auf Herzog Ernst Ludwig von Pommern-Wolgast zurück. Im 16. Jahrhundert ließ der Herzog an dieser Stelle ein landwirtschaftliches Ackerwerk anlegen. Aus diesem herzoglichen Wirtschaftshof entwickelte sich der spätere Ort Groß Ernsthof.

 

Damit unterscheidet sich Groß Ernsthof von vielen älteren Dörfern der Umgebung, deren Namen häufig slawische Wurzeln haben. Während andere Ortsteile der Gemeinde bereits im Mittelalter als dörfliche Siedlungen erwähnt werden, verweist Groß Ernsthof stärker auf die landesherrliche Wirtschafts- und Landwirtschaftsgeschichte der frühen Neuzeit.

Chaussee, Krug und Gasthof

Mit dem Bau der Chaussee Wolgast–Greifswald veränderte sich auch Groß Ernsthof. Die Straße brachte neue Wegebeziehungen und machte den Ort zu einem wichtigen Punkt an einer regionalen Verbindung. Nach 1879 entstand an der Straßenabzweigung Richtung Wolgast, Greifswald und Kröslin ein Krug, der für Reisende, Arbeiter und die Menschen der Umgebung eine wichtige Rolle spielte.

 

Aus diesem historischen Krug entwickelte sich der heutige Gasthof „Zum Himmel“, der aufgrund seiner Lage bis heute prägend für das Ortsbild ist. Er ist ein markanter Anlaufpunkt in Groß Ernsthof und verbindet Ortsgeschichte mit gegenwärtigem Leben. Dabei erfreut er sich großer Beliebtheit bei Einheimischen und Gästen für Feierlichkeiten, gutem Essen und einer günstigen Lage.

 

Parallel zur Straße Wolgast–Freest verlief ab 1897 die Nebenstrecke der Kleinbahn-Gesellschaft Greifswald-Wolgast (KGW), deren Trasse jetzt als Radweg dient und noch einige Relikte der damaligen Bahn aufweist.

Bronzezeitlicher Steinkreis

Südwestlich von Groß Ernsthof wird im Wald der Gemarkung Netzeband ein bronzezeitlicher Steinkreis beziehungsweise ein Urnengräberfeld erwähnt.